[Infografik] Marderschäden in Deutschland: Erstaunliche Studien, Statistiken und Zahlen

Glücklicherweise gibt es immer mehr Studien, Statistiken und Untersuchungen darüber wie Marderschäden zustande kommen. Denn dieses Wissen kann genutzt werden, um Marderschäden effektiver zu verhindern. Grund genug den aktuellen Wissenstand von diversen Studien des ADAC, der GDV und weiteren Instituten in einer Infografik zusammenzufassen.

Ein Marderschaden am eigenen Auto kann einen jeden Autobesitzer kalt erwischen. Dabei hält sich der initiale finanzielle Schaden bei den meisten Marderschaden-Pannen noch im erträglichen maß (durchschnittlich 278€). Dennoch jeder der schon einen Marderschaden hatte, weiß dass es eine leidige Angelegenheit ist. Besonders hart trifft es die, die auf ihr Auto beruflich angewiesen sind.  Um den Abschleppdienst, Werkstatt und Mietauto – also das volle Programm – kommt man meist nicht drumherum.

Infografik: Marderschäden in Deutschland. Studien, Statistiken, Zahlen, Fakten - Quellen: ADAC, GDV, Google Trends

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Haben Sie einen Nachbarn, von dem Sie noch nichts wussten? Kleiner als eine Katze, aber mindestens genauso agil. Ein scheuer Einzelgänger, vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Und er nistet sich gerne in der Nähe des Menschen ein. Dieser Steckbrief beschreibt den Steinmarder. Der Steinmarder ist tatsächlich die Unterart der Marderfamilie, die hauptsächlich für die typischen Verbissschäden an Kraftfahrzeugen verantwortlich ist.

Experten beschäftigen sich seit einiger Zeit mit diesem Thema und versuchen möglichst genau zu beantworten, wann und warum Marderschäden auftreten. Nach einer neueren Statistik übernahmen Kaskoversicherer allein 2012 rund 64 Millionen Euro an Versicherungsleistungen für Marderschäden, die durch 233.000 gemeldete Fälle verursacht wurden [1]. Das ergibt eine durchschnittliche Schadenshöhe von 278 Euro pro Fall und zeigt, dass mindestens ein Schadensfall auf 200 Autos kommt [2]. Experten gehen allerdings zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer aus, weil es für bestimmte Schäden am System Motor nicht immer einfach ist, den Zusammenhang zu einem Marderverbiss herzustellen. Das bedeutet auch, dass betroffene Autofahrer viele Folgekosten aus Marderschäden selbst tragen müssen.

Ein angebissenes Zündkabel beispielsweise kann die Verbrennungsqualität im Motorzylinder beeinträchtigen – der Motor läuft nicht mehr rund und das veränderte Abgasgemisch führt zu Schäden am Katalysator. Oder ein defekter Kühlmittelschlauch lässt den Motor überhitzen. Ein weiteres Beispiel: Korrosion an Lenk- und Antriebsachsen durch beschädigte Dichtmanschetten. Marderschäden können sich also zu hohen Folgeschäden potenzieren, zum anderen kann das Auto unvermittelte Ausfälle erleiden. Das zeigt auch eine Statistik des ADAC, der pro Jahr durchschnittlich 16.000 Marderschäden abwickelt [3].

Gegenmaßnahmen sind also angeraten. Zunächst sollten sich Autofahrer die eigene Risikolage bewusst machen. Betroffene können aber auch aufatmen, denn es existieren tatsächlich besonders wirksame technische Abwehrvorrichtungen. Diese Vorrichtungen müssen allerdings grundsätzlich erst nachgerüstet werden.

Regionen wie etwa zwischen Hamburg und Kassel besonders gefährdet

Marderschäden sind ärgerlich, dabei hat es der Steinmarder an sich gar nicht auf den Menschen abgesehen. Der Marder folgt vielmehr seinen Instinkten und seiner Lebensweise, und die steht dann häufig im Konflikt mit uns Menschen. Der Steinmarder ist ein Kulturfolger, das heißt er richtet sich gerne in der Nähe des Menschen ein. Die Tiere sind äußerst agil, zwängen sich durch kleinste Löcher und erklimmen problemlos ganze Hauswände. So kommt es, dass Marder selbst in Großstadtgebieten auf Dachböden leben. Der Mensch bekommt sie trotzdem so gut wie nie zu Gesicht, denn die Tiere sind nachtaktiv und scheu. Auch die Sinneswahrnehmung ist sehr fein und der Marder ist längst in seinem Versteck verschwunden, wenn er nur ein einziges Schrittgeräusch wahrnimmt.

Der Steinmarder lebt also mitten unter uns und ist sehr anpassungsfähig. Er kann das Wohnviertel einer Großstadt als Lebensraum wählen oder eine ländliche Siedlung mit Wald- und Grüngebieten. Das spiegelt sich auch in der deutschlandweiten Statistik wieder, nach der beispielsweise in Stuttgart viermal mehr Marderschäden auftreten als im Bundesdurchschnitt. Auch Stuttgart, München, Hamburg, Berlin und Frankfurt sind stark betroffen. Die regionale Verteilung zeigt außerdem, dass der Süden stärker betroffen ist als der Norden. Aber auch zwischen Hamburg und Kassel konnte ein Gefährdungsgebiet identifiziert werden [4]. Diese Statistiken belegen die überdurchschnittliche Anpassungsfähigkeit des Steinmarders, die auch schon in Studien beobachtet werden konnte. Das Tier siedelt sich völlig unbeeindruckt von Betonflächen, Verkehrslärm und Menschen immer gerade dort an, wo es gerade von seinen instinktiven Lebensgewohnheiten hingezogen wird.

Meisten Marderschäden tretten von April bis Juni auf – Zu dieser Jahreszeit lohnt es sich insbesondere Schutzvorrichtungen am Auto anzubringen!

Die Instinkte und Lebensgewohnheiten sind auch ausschlaggebend für die Marderattacken an sich. Marder lieben Motorräume, weil sie, vergleichbar mit einem Erdloch, Schutz und Wärme bieten. Langeweile und Spieltrieb können dann unter Umständen zu Verbisschäden ausarten, obwohl Studien einen noch viel wichtigeren Zusammenhang aufzeigen: Steinmarder folgen einem starken Reviertrieb und reagieren aggressiv, wenn sie den Geruch eines Kontrahenten in einem Motorraum wahrnehmen. Das gilt besonders in den Monaten April bis Juni, wenn die Marder sich auf ihre Paarungszeit vorbereiten. Der statistische Höhepunkt der Marderschäden liegt im Mai [4]. Besonders heikel: Weil ein Auto meist nach einem bestimmten Muster bewegt wird, kann es unter Umständen wiederholt von verschiedenen Mardern aufgesucht werden. Das führt manchmal zu regelrechten Serien von Attacken. Eine weitere, mittlere Risikohäufung ist Anfang November zu beobachten. Diese Marderschäden sind möglicherweise auf Tiere zurückzuführen, die noch auf der Suche nach einem warmen Winterquartier sind und vermehrt Schutz in Motorräumen suchen.

Welche Marderabwehr für Autos ist wirklich effektiv?

Eine effektive Marderabwehr ist tatsächlich möglich, leider müssen diese Maßnahmen aber in allen Fällen nachgerüstet werden und kosten damit Geld. Die Autohersteller schenken dem Thema nur wenig Aufmerksamkeit, was wahrscheinlich auf die regionale Begrenzung der Gefährdungsgebiete zurückzuführen ist. Eine der wenigen Ausnahmen bildet der Hersteller Volkswagen, der für einige Fahrzeugmodelle eine Motorraumabschottung im Angebot hat.

Zumindest erscheint die Investition in eine professionelle Abwehrvorrichtung sinnvoller, als Geld auf Hausmittel zu verwenden. Keines der gerne genannten Hausmittel, darunter Knoblauchpaste, Hundehaare, Mottenkugeln und Toilettensteine, konnte jemals in einer objektiven Studie seine Wirksamkeit beweisen [5].

Als effektiv gelten dagegen beispielsweise Ultraschallgeräte mit hohem Schalldruck und automatischem Frequenzwechsel. Noch effektiveren Schutz bieten Elektroschockvorrichtungen nach dem Weidezaunprinzip. Die Schocks sind nicht gefährlicher für Mensch und Tier als die typischen Elektrozäune, die rund um Weideflächen eingesetzt werden. Mit etwas technischem Geschick sind diese Marderschreck Weidezäune leicht zu montieren. Das schöne an dieser Lösung ist, sie funktioniert nach dem Set-it-and-forget-it-Prinzip: Einmal montiert nimmt der Marderschreck zuverlässig seine Arbeit auf und Sie müssen sich nicht mehr darum kümmern. Stellen Sie sich vor, Sie müssen nie wieder einen Maschendrahtzaun jede Nacht aufs Neue unter Ihr Auto legen, um den Marder von Ihrem Auto fernzuhalten. Mit einem leistungsstarken Marderschreck, wird Ihr Auto wieder zu einem zuverlässigen Arbeits- und Freizeitgerät. In der Bilanz sind diese Vorrichtungen sehr effektiv und in vielen Fällen günstiger als die Marderschäden, die sie in Zukunft vermeiden.

[1] http://www.gdv.de/wp-content/uploads/2013/11/GDV-Pressemitteilung-Kfz-Schadenbilanz-2013.pdf
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftszahlen_zum_Automobil
[3] https://www.adac.de/_mmm/pdf/Marder_Pannen_2013_27828.pdf
[4] http://www340.admin3.yco.de/sites/default/files/tx_udvpublications/Schaeden_Pkw__Marder-Verbiss_lr_0.pdf
[5] http://www.gdv.de/2013/02/mit-knoblauchzehen-und-pasten-gegen-marder/


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