Marderfalle aus Holz vs. Marderfalle aus Drahtgitter und Metal

Sucht man bei Amazon nach Marderfalle, dann fällt schnell auf, dass es Marderfallen aus Holz und auch welche aus Drahtgitter gibt. Doch was ist eigentlich besser, welche Vor- und Nachteile gilt es zu beachten, wenn Sie eine Marderfalle kaufen möchten? 

Einen Marder auf dem Dachboden, im Haus oder im Garten zu haben, ist wohl der Albtraum vieler Menschen. Denn das nachtaktive Raubtier sieht zwar eigentlich ganz possierlich aus, kann aber großen Schaden anrichten. Neben unangenehmem Lärm, der Hausbewohner nachts aus dem Schlaf schreckt, hinterlässt der Marder außerdem seine Fäkalien und zum Teil sogar Reste, der von ihm erlegten Beute. Schlimme Gerüche und Bakterien breiten sich auf diese Weise leicht im ganzen Haus aus und locken eventuell Fliegen oder andere Insekten an.

Außerdem richten Marder oftmals riesige finanzielle Schäden an. Wenn sich das Tier in die Dämmschicht in der Wand oder auf dem Dachboden hineinfrisst, stehen unter Umständen weitreichende Renovierungsarbeiten an. Abgesehen davon steigen zunächst meist die Heizkosten massiv an.
Lebt der Marder im Garten, in der Garage oder hat auf irgendeine Weise Zugang zum Auto, kann es ebenfalls teuer oder – im schlimmsten Fall – sogar sehr gefährlich werden. Dass die kleinen Nager wirklich die Bremsschläuche durchknabbern, kommt zwar äußerst selten vor. Aber andere, zum Wagen gehörende, Schläuche und Kabel beißen die Tiere regelmäßig durch, sodass sie kostspielig ausgetauscht und erneuert werden müssen.

Das Tier mit einer Marderfalle effektiv loswerden

Für die allermeisten mardergeplagten Bewohner und Eigenheimbesitzer steht deshalb eindeutig fest: „Der Marder muss weg.“
Eine sehr effektive und zugleich tierfreundliche Art, das pelzige Raubtier loszuwerden, sind Marderfallen. Eine spezielle Falle kann gleichermaßen gut auf dem Dachboden, im Wohn- oder Außenbereich des Hauses aufgestellt werden.

Wie funktioniert eine Marderfalle?

Marderfallen werden aus verschiedenen Materialien angeboten. In der Regel bestehen sie entweder aus Holz oder aus einem Draht-Geflecht beziehungsweise einem Gitter aus Metallstäben.
Der Marder unterliegt in Deutschland dem Jagdgesetz. Das bedeutet unter anderem, dass für das Einfangen der Tiere ausschließlich Lebendfallen eingesetzt werden dürfen. Unabhängig davon, ob eine Holzfalle oder eine Drahtgitter-Marderfalle gewählt wird, sollte sie deshalb nach dem gleichen Prinzip funktionieren: Das Tier wird in die Falle gelockt und die Falle schließt sich. Anschließend wird der unverletzte Marder in einer angemessenen Entfernung wieder ausgesetzt.

Um den Marder in die Falle zu locken, sollte sie möglichst dort aufgestellt werden, wo sich das Tier häufig aufhält. Manchmal kann die Laufspur nicht genau bestimmt werden, doch die Lebendfalle ungefähr in der Nähe zu platzieren, reicht meist aus.
Am besten wird die Falle mit Blättern, Zweigen, Holzspänen oder Ähnlichem gut getarnt, damit der Marder keinen Verdacht schöpft. Die Köder werden vor die Marderfalle und zusätzlich direkt auf den Auslösemechanismus gelegt. Im Idealfall riecht das Tier die Leckereien schon von Weitem. Während es frisst, schnappt dann die Falle hinter ihm zu.
Als Köder sind zum Beispiel Rosinen, Obst oder rohe Eier gut geeignet.

Marder-Holzfalle oder Drahtgitterfalle?

Marderfallen werden in einer Draht- und in einer Holzausführung angeboten. Beide Fallenarten haben ihr Vor- und Nachteile. Eine Kastenfalle aus Holz ist zumeist etwas teurer als eine Falle aus Drahtgitter. Je nach Größe und Qualität der Falle kosten beide Modelle etwa zwischen 40 und 100 Euro.

Marder-Kastenfalle aus Holz

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Eine Kastenfalle ist aus stabilem und haltbarem Holz gefertigt und gilt deshalb als besonders langlebig und robust. Außerdem ist sie sehr witterungsbeständig und kann in der Regel viele Jahre lang immer wieder aufs Neue verwendet werden. Denn auch wenn der Marder entfernt wurde, kann es leicht passieren, dass kurze Zeit später ein neuer Marder das Revier besetzt.
Durch ihre praktische Bauart und Größe können die Fallen nicht nur für Marder verwendet werden. Auch andere Tiere wie beispielsweise Ratten oder Mäuse können damit leicht in die Falle gelockt werden. Die meisten Kastenfallen aus Holz haben mehrere Klappen sowie Sichtluken. Weil es zumeist mindestens zwei Eingänge gibt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, das Tier schnell zu fangen. Durch die Luken hat der darin gefangene Marder stets ausreichend Luft, sodass er gut überleben kann, bis er gefunden und wieder ausgesetzt wird.
Durch die Sichtluken kann außerdem sofort von außen erkannt werden, ob bereits ein Tier gefangen wurde.
Die meisten Marderfallen aus Holz haben Maße von ungefähr 100 Zentimeter, mal 20 Zentimeter mal 30 Zentimeter. Das Gewicht liegt in der Regel bei rund 7 bis 10 Kilo. Normalerweise bestehen sie aus wetterfestem und sehr robustem Hartholz-Sperrholz, das meist circa einen Zentimeter oder 1,2 Zentimeter dick ist.

Neben dem etwas höheren Preis bringt die Marderfalle aus Holz allerdings noch weitere Nachteile mit sich. Manchmal kann der Marder den Köder in der Holzfalle nicht gut sehen und es dauert deshalb deutlich länger, bis das Tier die Falle betritt. Die Erfolgsaussichten sind aus diesem Grund bei Drahtgitter-Fallen oftmals ein wenig höher.
Außerdem kann es passieren, dass der bereits gefangene Marder das Holz von der Innenseite aus durchknabbert. So kann es geschehen, dass das Tier wieder entkommt, bevor es überhaupt in der Falle entdeckt wurde.

Drahtgitter-Marderfalle

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Eine Marderfalle, die aus Metallstäben besteht, ist mit einem Gewicht von rund 5 bis 6 Kilo meist ein wenig leichter, als eine Falle aus Holz. Die Außenmaße sind in der Regel ähnlich, manchmal ist die Drahtgitter-Falle jedoch etwas kleiner.

Die Falle wird zumeist mithilfe eines Trittbretts ausgelöst. Die Tür ist mit einer integrierten Sicherung ausgestattet. Eine Marderfalle aus Metallgittern ist stabil, leicht zu handhaben und robust. Eine gute Drahtgitter-Marderfalle hat außerdem keine scharfen Kanten oder spitze Ecken, an denen sich das Tier verletzen könnte. Auch wenn die Tür sich schnell hinter dem Marder schließt, sollte diese ihn nicht verletzen können.
Diese Vorsichtsmaßnahmen sind vor allem deshalb wichtig, weil es nicht selten vorkommt, dass nicht nur – wie geplant – ein Marder in die Falle geht, sondern auch Nachbars Katze vom Duft des Köders angelockt wird. Abgesehen von der daraus folgenden Quälerei für das geliebte Haustier, will wohl niemand seinem Nachbarn erklären müssen, wie es passieren konnte, dass die Katze ihren Schwanz verloren hat.

Neben der leicht höheren Verletzungsgefahr für das Tier hat die Metallfalle noch weitere Nachteile. Wer nicht darauf achtet, dass der Metalldraht nur einen sehr kleinen Gitterabstand hat, muss damit rechnen, dass sich der gefangene Marder durch die Stäbe zwängt und so wieder entkommt. Ist der Draht zu dünn oder nicht robust genug, kann das Tier ihn eventuelle sogar durchbeißen und ebenfalls fliehen.
Außerdem laufen Marder häufig nicht gern auf Metallgittern beziehungsweise werden dann misstrauisch. Um die Erfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen, kann aber ein (Holz-)Brett auf den Boden der Falle gelegt werden, um das Tier zu täuschen.

Fazit: Holz- oder Gitterfalle für den erfolgreichen Marderfang

Beide Arten von Marderfallen haben ihre Vor- und Nachteile. Auf welches Modell die Wahl fällt, muss also jeder selbst für sich entscheiden. Wichtig ist allerdings bei jeder Art von Falle, sie mindestens ein bis zwei Mal am Tag zu überprüfen, damit die Tiere nicht zu lange eingesperrt bleiben und außerdem weniger Gelegenheit haben, wieder auszubrechen.
Bei beiden Arten von Lebendfalle sollte schon beim Kauf darauf geachtet werden, dass sie nicht bereits durch ein leichtes Rütteln von außen ausgelöst werden. Denn oft untersuchen die klugen Marder die Falle zunächst, bevor sie sich hineinwagen. Wenn die Tür dabei schon zufällt, funktioniert die Falle natürlich nicht mehr.
In der Zeit von März bis Mai sollten keinesfalls Marderfallen benutzt werden, da die Tiere dann häufig Junge haben, die ohne ihre Mutter qualvoll verhungern müssen. Das ist nicht nur Tierquälerei, die mit hohen Geldbußen bestraft werden kann, sondern kann auch dazu führen, dass der Gestank der verwesenden und gut versteckten toten Marderjungen durch das ganze Haus zieht.
Generell sollte vorab das jeweilige Landesjagdgesetz zurate gezogen werden, um festzustellen, was erlaubt und was (bei teilweise empfindlichen Strafen) verboten ist.


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