Marderschäden im Mai besonders häufig – Jetzt handeln

Marder richten Jahr für Jahr beträchtliche Schäden an, wenn sie einem unerfreulichem Trieb vorwiegend im Frühjahr und besonders im Monat Mai nachgehen: Sie dringen in Motorräume ein und zerbeißen dort elektrische Kabel, Schläuche und Gummimanschetten. Ein großes Problem für Autobesitzer ist auch die mangelnde Vorhersehbarkeit, denn von angenagten Kabeln einmal abgesehen, leben die scheuen und nachtaktiven Tiere meist völlig unbemerkt in unserer Nähe. Die Frage, ob man selbst in einem Gefährdungsgebiet lebt, lässt sich daher am ehesten durch den Erfahrungsaustausch mit Nachbarn und Bekannten beantworten. Gelegentlich stellen auch Versicherungsverbände und Kommunalverwaltungen Informationen zur regionalen Risikoverteilung zur Verfügung. Nach einer Untersuchung des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft können Marderschäden an Personenfahrzeugen beispielsweise in allen Regionen Deutschlands vorkommen, allerdings mit stark unterschiedlicher Ausprägung. Großstädte sind ebenso betroffen wie kleine Dörfer mit waldreicher Umgebung [1]. Zu dieser Unvorhersehbarkeit gesellt sich dann leider noch der besondere Aufwand, der für eine erfolgversprechende Marderabwehr betrieben werden muss. Während gern zitierte Hausmittel (darunter Tierhaare, Mottenkugeln) in objektiven Tests kaum überzeugen können, verursachen professionelle Abwehrmaßnahmen durchaus Kosten und einen gewissen Wartungsaufwand.

Interessanterweise konzentrieren sich Marderattacken jedoch nicht nur lokal, sondern auch nach Jahreszeit. Grundsätzlich können Verbiss-Schäden das ganze Jahr über vorkommen, der Schwerpunkt liegt allerdings im Frühjahr. Die deutlichste Schadenshäufung wurde dabei im Rahmen von Untersuchungen für den Monat Mai festgestellt. Insgesamt entfällt auf die Monate April bis Juli ein erheblicher Teil der Marderschäden, die im Verlauf eines Jahres entstehen [1]. Hat ein Autofahrer also den Verdacht, dass der Abstellungsort seines Wagens in einem Risikogebiet liegt, liefert die Schadenshäufung im Frühjahr einen weiteren, wichtigen Anhaltspunkt.

Das Täterprofil: klein, wendig und bissig

Auch wenn die fast anmutig wirkenden Tiere im ersten Moment nicht so aussehen mögen, handelt es sich doch um Raubtiere. Marder sind potenzielle Allesfresser mit Vorliebe für Fleisch und besitzen daher auch die scharfen Zähne, mit denen sie spielend ein Kabel durchtrennen können. Der typische Verursacher der Pkw-Schäden ist der Steinmarder, die verbreitetste Marderart Mitteleuropas. Anders als bei den ebenfalls heimischen Baummardern handelt es sich bei den Steinmardern um ausgeprägte Kulturfolger, das heißt sie fühlen sich in der durch den Menschen geschaffenen Umgebung wohl und sind fähig, sich an diesen künstlichen Lebensraum anzupassen. Das kann darauf hinauslaufen, dass ein Steinmarder sich in einem Dachboden einrichtet und essbare Überreste aus den Abfällen der Menschen als Nahrungsquelle nutzt. Und dann kommt es immer wieder vor, dass ein Marder den Motorraum eines offen abgestellten Autos als einladenden Unterschlupf ausfindig macht. Warum genau ein Marder dort von Zeit zu Zeit dann auch Schäden anrichtet, ist nicht abschließend geklärt, obwohl es einige plausible Anhaltspunkte gibt. Hat ein Marder aber zugeschlagen, springt zum einen vielleicht das Auto nicht mehr an, zum anderen können sich unbemerkt Folgeschäden anbahnen. Angefressene Zündkabel beeinträchtigen den Arbeitstakt des Motors, der Benzinverbrauch kann steigen und es kann zu Schäden am Katalysator kommen. Weitere typische Schadensfälle sind überhitzte Motoren aufgrund angefressener Kühlerschläuche, Korrosion an Achsantrieb und Lenkung infolge beschädigter Gummimanschetten und auch Horrorszenarien wie angefressene Bremsleitungen können nicht ausgeschlossen werden. Diese ernstzunehmenden Schadensfälle sind es, die den Mardern ihren schlechten Ruf einbringen.

Das Triebverhalten im Frühjahr insbesondere im Mai gilt als wichtige Ursache

Marderschadenrisiko im Mai: Studien, Zahlen, Statistiken - infografik

Der Steinmarder ist ein Einzelgänger mit ausgeprägtem Revierverhalten, der insbesondere keine männlichen Artgenossen in seiner Umgebung duldet. Dieser Trieb ist es auch, der den Marder auf so manches Fahrzeug aufmerksam macht. Kraftfahrzeuge sind mobil und werden beispielsweise regelmäßig zwischen Arbeitsplatz und Wohnort bewegt. Da Marder einen Motorinnenraum tendenziell als einladenden Unterschlupf betrachten, kann es durchaus sein, dass ein Kraftfahrzeug bereits den Geruch eines Kontrahenten an sich hat, wenn es beispielsweise zuhause abgestellt wird. Das ist vor allem dann der Fall, wenn ein Auto zwischen zwei Marderrevieren pendelt. Der vor Ort angesiedelte Marder wird diesen Geruch mit seiner extrem feinen Nase noch über große Distanzen wahrnehmen und einen Kontrahenten vermuten, der in sein Revier eindringt. Die Folge ist dann im Normalfall eine aggressive Gegenreaktion, die oft auch in Schäden am Fahrzeuginneren ausartet. Was dabei im Kopf des kleinen Raubtiers vorgeht, kann man nur vermuten. Wahrscheinlich entladen sich bei einer Beißattacke auf Kabel und Schläuche Energien, die sich in Erwartung eines Kampfes aufgestaut haben. Andererseits könnte es sich auch um eine Demonstration der eigenen Kräfte handeln und um eine mutwillige Beschädigung des gegnerischen Unterschlupfs. Es liegt außerdem nahe, dass der Marder mit seinen Beißattacken auch die Duftspuren seines Rivalen beseitigen will, die er an den Plastik- und Gummiteilen findet.

Das Revierverhalten des Marders findet in den Frühjahrsmonaten und besonders im Mai seinen Höhepunkt. In dieser Zeit bereiten sich Steinmarder auf die Paarungszeit Ende Juni vor und Rüden verteidigen ihr Revier besonders aggressiv. So zeichnen sich auch rund um den Monat Mai besonders viele Marderschäden ab, denn während als weitere Ursachen für den Verbiss auch die Neugierde und der Spieltrieb der Tiere diskutiert werden, wird dem Revierverhalten mit Abstand die bedeutendste Rolle beigemessen. Letztendlich sind Steinmarder Meister der Tarnung und auch die Revierkämpfe der Tiere entziehen sich größtenteils unserer Wahrnehmung. Die Schadenshäufung rund um den Monat Mai liefert daher, zusammen mit den Informationen über bekannte Risikogebiete, einen wichtigen Anhaltspunkt für die passenden Abwehrmaßnahmen.

Was tun gegen Marderattacken?

Die klassischen Hausmittel zur Marderabwehr zeigen in objektiven Tests leider keine überzeugende Wirkung. Dazu gehören Tierhaare, Mottenkugeln und Toilettensteine, die im Motorraum des Fahrzeugs platziert werden. Diese Maßnahmen zielen auf den empfindlichen Geruchssinn des Marders ab. Da diese Tiere allerdings auch intelligent und lernfähig sind, gewöhnen sie sich schnell an die Geruchsreize. Für eine effektive Marderabwehr empfehlen sich daher an sich nur professionelle Lösungen. Anti-Marder-Sprays können effektiver sein als Hausmittel, werden allerdings auch bei der nächsten Regenfahrt ausgewaschen. Zu den beständigeren Lösungen gehören Ultraschallgeräte, die allerdings über einen hohen Schalldruck und einen automatischen Frequenzwechsel verfügen sollten. Besonders effektiv sind Elektroschockvorrichtungen, die in einer Kfz-Werkstatt fest in den Motor eingebaut werden.

Marderattacken treten in der Regel nur sporadisch auf und es ist nur menschlich, wenn die Wartung einer Abwehrvorrichtung nach einiger Zeit im Alltag untergeht. Autofahrer in Gefährdungsgebieten sollten sich daher den Frühling im Kalender anstreichen und spätestens Ende März damit beginnen, ihre Marderabwehr auf Vordermann zu bringen. Komplexe Vorrichtungen wie eine Elektroschockanlage benötigen vielleicht einen Checkup und gegebenenfalls steht ein Batteriewechsel an. Anti-Marder-Sprays sollten in dieser Zeit unbedingt regelmäßig und nach jeder Regenfahrt angewendet werden. Stimmen Timing und Ausrüstung, kann durchaus eine verlässliche Marderabwehr realisiert werden.

[1] Prof. Dr.-Ing. Klaus Langwieder; Fritz Höpfl: Schäden an Pkw durch Marder–Verbiß. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), Institut für Fahrzeugsicherheit: München.


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