Was Sie tun können, wenn Sie einen Marder im Dachboden haben

Wer ständig ein Rumpeln, Poltern und Knabbern auf seinem Dachboden hört, hat es vielleicht mit uneingeladenen, pelzigen Bewohnern zu tun. Häufig handelt es sich dabei „nur“ um Mäuse, aber oft ist der unerwünschte Mitbewohner auch ein Marder. Was Sie gegen Marder im Dachboden unternehmen können und was es sonst noch zu beachten gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag. 

Hilfe ein Marder ist auf meinem Dach!

Das Marderproblem unter dem Dach

Im Grunde sehen die kleinen, nachtaktiven Raubtiere – die in der Regel etwa die Größe einer Katze haben – sogar ganz niedlich aus. Dennoch haben sie im Haus beziehungsweise auf dem Dachboden nichts verloren. Denn dass sie den Hausbesitzern mit lauten Geräuschen den Schlaf rauben, ist noch das geringste Problem.
Marder können ernsthafte Schäden am Haus anrichten. Häufig graben sie sich in die Dachisolierung ein und errichten dort ganze Tunnelgänge. Oder sie zerstören die Unterspannbahn. In jedem Fall kann so die Isolierung leicht ihre Dämmwirkung verlieren, was für deutlich höhere Heizkosten und oftmals auch für Schimmelbildung sorgt. Die Renovierung kann unter Umständen sehr teuer werden.
Nebenbei ist ein Marder auf dem Dachboden äußerst unhygienisch. Seinen Kot sowie seinen Urin verteilt er mit der Zeit im ganzen Haus. Nicht selten finden Bewohner auch Reste von Aas, wenn der kleine Eindringling seine erlegte Beute nicht komplett aufgefressen hat. Auf diese Weise wird rasch Ungeziefer ins Haus gelockt, das ebenfalls schwer wieder loszuwerden ist. Auch Bakterien sowie der unangenehme Geruch von Fäkalien und Verwesung machen den Hausbewohnern zu schaffen.

Marder auf dem Dachboden erkennen

Die „Hinterlassenschaften“ des Tieres haben allerdings auch einen Vorteil: Sie entlarven ihn. Viele Hausbesitzer wissen zunächst gar nicht, dass die Geräusche auf ihrem Dachboden von einem Marder verursacht werden. Dabei ist es gerade bei diesem Tier wichtig, seine Anwesenheit so früh wie möglich zu bemerken und ihn wieder loszuwerden, damit er keine großen Schäden anrichten kann.
Marderkot ist länglich und kann bis zu zehn Zentimetern lang sowie circa zwei Zentimeter dick sein. Oft befinden sich noch Spuren seiner Nahrung im Kot. Seine Kotspuren unterscheiden sich also deutlich von denen einer Maus.
Ein weiteres Anzeichen, dass ein Marder auf dem Dachboden lebt, sind Knochenreste oder Federn, die von seiner Beute stammen. Finden Hausbesitzer noch ganze Teile von kleinen, toten Tieren, deutet das ebenfalls auf einen Marder hin.

Ein Nest mit jungen Mardern auf dem Dachboden

Wenn der Marder sich auf dem Dachboden wohlfühlt, kann es vorkommen, dass er dort ein Nest baut und Junge zur Welt bringt. In der Regel haben die Tiere zwischen März und Juli etwa drei bis vier Junge. In den ersten Wochen sind die Kleinen noch völlig hilflos und ganz auf ihre Mutter angewiesen. Erst mit etwa neun Wochen krabbeln sie zum ersten Mal aus ihrem Nest.
Auch wenn ein Marder nervig und ärgerlich ist: Die Mutter in dieser Zeit von ihren Kleinen zu trennen wäre absolut grausam. Wird das Muttertier aus dem Dachboden ausgesperrt, während ihre Babys auf sie angewiesen sind, müssen sie qualvoll verhungern. Neben dem schlechten Gewissen dürfte Hausbesitzer dann noch der anschließende Verwesungsgeruch quälen, den die toten kleinen Tiere hinterlassen.

Der Vermieter muss sich kümmern

Taucht das Marderproblem in einer Mietwohnung oder einem gemieteten Haus auf, ist der Vermieter in den meisten Fällen dazu verpflichtet, sich darum zu kümmern und das Tier entfernen zu lassen. Andernfalls ist der Mieter in der Regel zu einer Mietminderung berechtigt.

Was tun, gegen einen Marder im Dachboden?

Wer sicher ist, dass ein Marder auf seinem Dachboden lebt, kann Einiges tun, um das Tier wieder loszuwerden. Dafür gibt es verschiedenen Möglichkeiten. Welche davon den größten Erfolg bringt, ist meist nicht voraussehbar und muss ausprobiert werden.

Marder unterm Dach loswerden und vertreiben

Wer sich vor Mardern schützen möchte, sollte zunächst versuchen, sie am Eindringen ins Haus zu hindern. Dazu muss die Stelle, an der sie auf den Dachboden gelangen können, gefunden und anschließend verschlossen werden. Das kann beispielsweise mithilfe von Maschendraht oder eventuell Bauschaum geschehen. Häufig dauert es jedoch eine Weile, bis das Schlupfloch gefunden wurde. Aus Tierschutzgründen sollte der Marder keinesfalls im Haus sein, wenn das Loch verschlossen wird, da er sonst qualvoll verhungern muss. Außerdem würde das Tier versuchen, trotzdem zu flüchten, wobei Hausbesitzer mit großen Schäden rechnen müssen.
Die Mutter von ihren Jungen zu trennen, ist während der Aufzuchtzeit sogar durch das Jagdrecht verboten und kann unter Umständen empfindliche Strafen nach sich ziehen.

Den Marder im Dachboden vertreiben

Das Tier zu vertreiben, ist hingegen eine gute Idee. Wer es dem Marder so richtig ungemütlich machen möchte, sodass er freiwillig das Weite sucht, kann beispielsweise die Nachtruhe des nachtaktiven Tieres durch laute Musik (am Tag!) stören. Auch in der Nähe seines Versteckes laut zu klopfen, erfüllt oft seinen Zweck.
Spezielle Sprays und Anti-Marder-Pasten sollen das Tier mit für ihn unangenehmen Gerüchen und Duftstoffen vergrämen. Im Handel gibt es eine große Auswahl an Mitteln gegen Marder. Auch Hundehaare, der Urin von anderen Tieren oder stark riechende WC-Duftsteine können diese Wirkung erzielen.

Das Tier einfangen und entfernen lassen

Den Marder einzufangen, um ihn zu entfernen, ist im Grunde ideal. Allerdings unterliegen die possierlichen Tiere hierzulande dem Jagdrecht, weshalb eine spezielle Berechtigung notwendig ist, um sie entfernen zu dürfen. Ohne Genehmigung ist es für Hausbesitzer noch nicht mal erlaubt, den Marder in einer Lebendfalle zu fangen, um ihn in die freie Natur zu bringen.
In manchen Bundesländern gibt es eine sogenannte „Fallenverordnung“. Nur wer einen „Fallenpass“ nachweisen kann, darf die Tiere einfangen.

Auch vergiften dürfen Hausbewohner den Marder keinesfalls. Nur in Ausnahmefällen sind Spezialisten mit einer Genehmigung dazu berechtigt. Abgesehen davon birgt Gift auf dem Dachboden zahlreiche Gefahren. Die eigenen geliebten Haustiere (beispielsweise Hunde oder Katzen) könnten durch das Gift ebenfalls verletzt werden. Auch in Haushalten mit kleinen Kindern sollte Gift auf keinen Fall verwendet werden.
Selbst wer meint, sich merken zu können, wo das Gift verstreut wurde, um Reste anschließend entfernen zu können, kann die Vergiftungsgefahr für Kinder oder Haustiere nicht komplett ausschließen. Denn nicht selten tragen Schädlinge wie Marder Spuren des Giftes unbemerkt an einen anderen Ort. Auch könnte das tote, vergiftete Tier – im schlimmsten Fall – zuerst von der geliebten Katze gefunden und gefressen werden, bevor Bewohner die Gelegenheit haben, den mit Gift verseuchten Körper zu entsorgen.

Professionelle Hilfe suchen

Am besten wenden sich mardergeplagte Hausbewohner an einen Jäger mit einer Berechtigung zum Maderfangen. Gerade in vielen Großstädten gibt es für solche Fälle spezielle Stadtjäger, die sich dem Marderproblem annehmen. Die Jagdbehörde oder die Stadtverwaltung helfen oft bei der Suche nach Spezialisten weiter.
Ein Kammerjäger ist hingegen meist der falsche Ansprechpartner. Zwar kann er dabei helfen, das Schlupfloch zu finden, doch ist er nicht berechtigt, das Tier zu entfernen oder gar zu töten.

Ultraschall und Elektroschock

Mittel, die gegen Marder auf dem Dachboden helfen können, gibt es viele. So beispielsweise Marderscheuchen. Das sind Ultraschallgeräte, die das Tier vertreiben sollen. Dabei sollen hochfrequente, für den Marder sehr unangenehme Töne den Eindringling verjagen. Am besten wird ein Gerät gekauft, dass seine Töne immer wieder verändert, damit kein Gewöhnungseffekt entsteht.
Zum Teil sind die Ultraschallgeräte auch gleich mit Elektroschockgeräten kombiniert. Vor allem, um das Auto vor Marderschäden zu schützen, können diese sinnvoll sein. An den Einstiegsstellen am Motorraum platziert man kleine Metallplättchen, die unter Spannung gesetzt werden. Wenn der Mader eine der Platten berührt, bekommt er einen Stromschlag, der ihn zwar nicht tötet, aber doch sehr unangenehm für das Tier ist.
Vor allem wenn der Dachboden mit der Garage verbunden ist, und Hausbesitzer Angst um ihr Auto haben, können diese Geräte Sicherheit geben und Schäden an Kabeln oder Isoliermaterialien verhindern.


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