Was tun, wenn der Marder im Motorraum war und Isoliermaterial herausgerissen hat?

Wenn der Blick unter die Motorhaube Beschädigung an der Dämmung und Isoliermaterial des Motorraumes offenbart, ist dies zwar ärgerlich und ein ernstzunehmendes Warnsignal, letztlich jedoch auch Glück im Unglück, denn der Verursacher dieser Schäden macht sich allzu oft durch deutlich dramatischere Folgen seines Besuches bemerkbar.

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Jedes Jahr kommt es zu hunderttausenden von Schadensfällen, durch beschädigte Kabel, Schläuche und Leitungen, die sich meist erst bei genauem Hinsehen als Folgen eines unerwünschten Gastes, dem Steinmarder, in den Eingeweiden des Kraftfahrzeuges darstellen. Sie bescheren dem Fahrzeughalter nicht nur kurzfristige Probleme, sondern oft auch beträchtliche Kosten und im schlimmsten Fall langfristig wiederkehrenden Ärger. Dabei weisen klassische Kfz-Versicherer zunehmend eine Haftung für Schäden, die in Folge einer solchen Bissattacke entstehen, pauschal zurück.

Was also tun, wenn man feststellt, dass ein Marder erste Spuren seiner Aktivitäten hinterlassen hat? Ein kurzer Überblick über Ursachen und verschiedene Angebote zum Schutz vor deren Folgen, soll Ihnen einige Wege aufzeigen, sich vor weiteren Besuchen und Schäden zu schützen.

Isoliermaterial fällt den Aggressionen und Spieltrieb des Marders zum Opfer

Der Besuch eines Steinmarders kann hauptsächlich aus zwei Gründen zu massiven Schäden führen: zum einen ist das auf den ersten Blick possierliche Tierchen tatsächlich sehr verspielt, weshalb das Herausreißen von Dämmmaterial oder auch Isoliermaterial unter Umständen schlichte „Freizeitbeschäftigung“ für ihn ist. Zum anderen zeichnet der Steinmarder sich durch sein ausgeprägtes Territorialverhalten und seine Aggressivität gegenüber Artgenossen aus. Seine Paarungszeit liegt im Juni und Juli, weshalb bereits ab März mit ausgeprägtem Konkurrenzverhalten zu rechnen ist. Kommt nun ein Steinmarder in einen Motorraum, in dem sich zuvor bereits ein Artgenosse aufgehalten hat, wie es vor allen Dingen immer dann der Fall ist, wenn ein Fahrzeug regelmäßig an unterschiedlichen, weit voneinander entfernten Orten (in diesem Fall unterschiedlichen Marder-Revieren) abgestellt wird, kann alleine der Geruch des vermeintlichen Konkurrenten eine unkontrollierte Beissattacke auslösen, der alles zum Opfer fällt, das in seine Nähe gerät. Die spitzen und scharfen Zähne des Marders können dabei erheblichen, wenn auch nicht immer sofort sichtbaren Schaden verursachen.

Was kann man gegen Marder im Auto tun?

Herausgerissenes Isoliermaterial ist nicht schön, doch richtig nervig wird der Marder, wenn er sich als nächstes an die Autoschläuche macht. Dem Marder aufzulauern, ihn zu fangen oder gar zu erlegen ist keine Möglichkeit. Zum einen unternimmt er alles, um dem ansonsten so nützlichen Menschen aus dem Wege zu gehen, zum anderen ist die Jagd auf Marder in Deutschland verboten. Alle Maßnahmen die man ergreift, dürfen demzufolge dem Marder nicht dauerhaft schaden. Also gilt es, ihm den Aufenthalt im Motorraum so unattraktiv zu machen, dass er freiwillig das Weite sucht und langfristig fernbleibt.

Nichts geht über Sauberkeit

Egal für welche Abwehrmaßnahme man sich entscheidet, besteht die Befürchtung dass, der Marder bereits eingezogen ist, sollte zu Beginn die gründliche Reinigung des Motorraumes stehen, um so alle Duftspuren zu beseitigen, die nicht zuletzt Auslöser der zerstörerischen Aggressivität sind.

Der Handel bietet zahlreiche Marder-Duftmarkenentferner, die eine effektive Reinigung vereinfachen sollen. Diese Mittel werden aufgebracht und nach kurzer Einwirkzeit mit klarem Wasser abgespült und sollen alle Duftspuren entfernen, ohne Motor, Leitungen und Gummiteile zu beschädigen.

Im Rahmen einer solchen gründlichen Reinigung empfiehlt es sich zudem, alle Kabel und Leitungen sorgsam auf sichtbare Beschädigungen zu prüfen. Beschädigte Motorhaubendämmung kann durch Herstellerersatzteile oder geeignete Universal-Dämmmatten ersetzt werden, um Geräuschdämmung, Brandschutz und Wärmeisolierung zu gewährleisten.

Schutz aus der Dose – Marderschutz-Spray

Eine einfache und preisgünstige Maßnahme, die Mardern den Aufenthalt im Motorraum verderben soll, ist der Einsatz chemischer Abwehrstoffe.

Wie auch der Vorreiniger werden solche Mittel, nach einer Reinigung, bei kaltem Motor, großflächig im Motorraum versprüht und sollen durch enthaltene natürliche Duft- und Geschmacksstoffe Marder vertreiben. Dabei sind sie gesundheitlich unbedenklich für den Menschen sowie den Marder und andere Tiere.

Die Behandlung soll alle drei bis vier Monate wiederholt werden, stellt also einen langfristig wiederkehrenden Aufwand und Kostenfaktor dar.

Zutritt verboten – Mardergitter

Die technisch simpelste und langfristig preiswerteste Methode ist der Versuch, dem Marder den Zugang zum Motorraum zu versperren. Da eine Abdichtung sich schwierig gestaltet und der kleine Nager wendig und geschickt auch durch die kleinsten Ritzen eindringen kann, wird ein einfaches Drahtgeflecht, auf Höhe des Motorraumes, unter das Auto gelegt. Das Laufen auf diesem Untergrund soll dem Marder unangenehm sein und deshalb von ihm gemieden werden.

Die Matte kann über längeren Zeitraum wiederverwendet werden, ist faltbar und leicht zu verstauen. Sie muss jedoch immer aufs Neue, bei Wind und Wetter sorgfältig ausgelegt werden, um konkreten Schutz zu gewährleisten.

Marder im Blitzgewitter – visuelle Marderabwehr

Marder sind nachtaktive, lichtscheue Jäger. Diese Tatsache macht sich eine weitere Methode der Marderabwehr zunutze. Im Motorraum werden mehrere LED-Blitzlichter verbaut. Die langlebigen und stromsparenden Lichter geben bei abgestelltem Fahrzeug in unregelmäßigen Abständen einen hellen Lichtimpuls ab, der Marder erschrecken und vertreiben soll.

Wie alle fest installierten Varianten des Marderschutzes bedarf auch hier der Einbau technischer Grundkenntnisse und Fähigkeiten oder sollte alternativ von Fachleuten durchgeführt werden.

Einige Hersteller kombinieren die Blitzlichtvariante mit einer zusätzlichen Ultraschall-Funktion.

Den Marder mit Ultraschall auf Abstand halen

Eine der bekanntesten Methoden der Marderabwehr ist der Einsatz von Ultraschall. Ein Gerät, selten größer als eine Zigarettenschachtel, wird im Motorraum befestigt und mit der Autobatterie verbunden. Einige Modelle verzichten sogar auf einen Anschluss und werden mit handelsüblichen Batterien betrieben. Das Gerät erzeugt einen dauerhaften oder sich in unregelmäßigen Abständen wiederholenden hochfrequenten Pfeifton, den Marder als unangenehm empfinden sollen, weshalb sie sich davon und damit vom Motorraum fernhalten.

Auch wenn die Hersteller betonen, dass der hochfrequente Ton für Menschen nicht wahrnehmbar ist, beschreiben einige Anwender doch ein unangenehmes Pfeifen. Ebenfalls muss ein solches Gerät fachgerecht eingebaut und gegebenenfalls angeschlossen werden.

Mit Hochspannung den Marder abwehren – Marderschreck

Eine der nachweislich erfolgreichsten Methoden der Marderabwehr, gleichzeitig jedoch auch eine der aufwendigsten und kostenintensivsten Varianten ist der Einbau einer Hochspannungsabwehranlage. Ähnlich der LED-Blitz- und der Ultraschallvariante wird ein Steuergerät im Motorraum befestigt und an die Fahrzeugbatterie angeschlossen. Hiermit verbunden, werden mehrere kleine Metallplatten an verschiedenen Stellen der Fahrzeugkarosserie im Motorraub verbaut. Ein Marder, der in den Motorraum eindringt, gerät auf seinem Weg durch den Motorraum mit einer dieser Platten in Berührung und erhält einen ungefährlichen aber sehr unangenehmen elektrischen Schlag, der ihn auch langfristig vertreiben soll.

Bei dieser Variante ist ein Fachgerechter Einbau besonders wichtig. Der Hochfrequente Strom ist für Menschen und Tiere ungefährlich und kann auch das Fahrzeug nicht schädigen.

Fazit: Herausgerissenes Isoliermaterial ist ein erstzunehmendes Warnsignal

Wenn bei Ihnen im Motorraum Dämmmaterial oder Isoliermaterial von Mardern herausgerissen wurde, ist es höchste Zeit über Marderabwehrmaßnahmen nachzudenken. Dieser Artikel gibt einen Überblick über unterschiedlichen Marderabwehrlösungen. Zu empfehlen sind abar auch Geräte, die mehrere Abwehrprinzipien wie Ultraschall, Blitzlicht und Hochspannung
in einem Gerät kombinieren.


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