Wenig bekannte Wege Marder effektiv vom Auto ferzunhalten

Jeder, der ein Auto besitzt, fürchtet sich vor den kleinen gefräßigen Nagern: Marder sind wahrlich eine Plage, wenn sie die Zündkabel oder die Kühlwasserschläuche des eigenen Autos angreifen. In den letzten Jahren sind die Zahlen der Schäden durch Marder in Deutschland stark angestiegen: Knapp eine Viertelmillion Schadensmeldungen verzeichnen die Versicherungsgesellschaften pro Jahr – Tendenz steigend. Marder haben längst begriffen, dass warme Fahrzeuge einen idealen Unterschlupf darstellen, wenn die Nächte kalt und ungemütlich sind. Dabei fallen jedoch leider wichtige Leitungen den spitzen Zähnen der Tiere zum Opfer.
Für Autobesitzer ist es daher umso wichtiger, darüber Bescheid zu wissen, wie sich diese Schäden eindämmen oder gar vermeiden lassen.

Wo am Fahrzeug greifen Marder vorzugsweise an?

Als „Favorit“ von Mardern gilt ohne Zweifel der Motorraum von Autos, denn hier befinden sich viele Leitungen aus Gummi und Kunststoff, welche sich problemlos von den Tieren durchbeißen lassen. Dennoch ist es keinesfalls so, dass Marder nur dann zuschlagen, wenn sie Hunger haben. Vielmehr sind es neugierige Nager, die gerne im Motorraum des Autos unterwegs sind, weil es dort warm und gemütlich ist. Unter Umständen kann es dann der Fall sein, dass ein Marder an einem Auto ankommt, an dem zuvor ein anderer Marder Schutz gesucht hat. Dieser riecht ihn und möchte sein Revier „zerstören“ – leider auf Kosten des Autobesitzers. Gerade im Frühjahr sind diese Revierkämpfe besonders häufig und so ist es nur logisch, dass in dieser Jahreszeit die meisten Angriffe vorkommen.

Mit welchen Folgeschäden muss man bei Marderschäden am Auto rechnen?

Sehr häufig kommt es vor, dass Marder die Zündkabel an Fahrzeugen so massiv beschädigen, dass sie gar nicht mehr anspringen. Oft reicht ein angebissenes Kabel jedoch schon aus, um einen stotternden oder ständig „abgewürgten“ Motor zu verursachen. Auch der Katalysator kann davon Schaden nehmen.

Nicht selten machen sich Marder sogar an sehr filigranen Kabeln, wie jenes, das zum Öldrucksensor führt, zu schaffen. Erkannt wird dieses Problem meist erst dann, wenn das Auto nicht mehr zuverlässig startet oder die Motorsteuerung nicht mehr funktioniert.

Hat ein Marder die Gummimanschetten eines Autos beschädigt, dann wird man dies als Autofahrer nicht sofort bemerken, da sich ein solcher Schaden nicht sofort auf das Fahren auswirkt. Allerdings sind Gummimanschatten wichtige Schutzhüllen, welche das Eindringen von Schmutz und Wasser verursachen und somit ebenfalls zu teuren Reparaturkosten führen können.

Weiterhin zählen Kühlwasserschläuche zu den Zubehörteilen eines Fahrzeugs, die sehr anfällig für Marderschäden sind. Beißt der Nager auch nur ein paar winzige Löcher hinein, dann kann dies zu großen Problemen mit dem Auto führen: Wasserverlust und sogar Überhitzung sind die Folge, welche den Motor schwer schädigen können.

Maßnahmen gegen Marderschäden – was kann man zur Vorbeugung tun?

Grundsätzlich gibt es kein Wundermittel, mit dem das eigene Fahrzeug zu 100% vor Angriffen des Marder geschützt ist. Vielmehr existieren inzwischen unterschiedliche Maßnahmen, mit denen sich das Risiko schon deutlich eindämmen lässt. Ob und inwiefern diese wirksam sind, muss man selbst herausfinden. Manchmal ist es eine Kombination aus mehreren Maßnahmen, welche dazu beiträgt, dass die Nager nicht angreifen.

Versiegelung des Motorraums

Die Versiegelung des Motorraums zählt zu den effektivsten Schutzmaßnahmen vor Marderschäden am Fahrzeug. Wichtig ist es hier, den Motorraum so abzudichten, dass das Tier keinen Zugang findet, wie beispielsweise durch das Verschließen seitlicher Durchgänge mit speziellen Borstenvorhängen oder Lochblechen. Viele Autohersteller bieten diesen Marderschutz inzwischen für ihre Fahrzeuge an – erkundigen Sie sich also in der Fachwerkstatt danach!

Darüber hinaus sollten auch einzelne Bestandteile des Fahrzeugs geschützt werden. Ein Beispiel sind Rohre aus Kunststoff, mit denen sich Zündkabel so ummanteln lassen, dass Bisse ihnen nichts mehr anhaben können. Wichtig ist allerdings, die Rohre so zu verlegen, dass sie vor heißen Motorteilen geschützt sind. Auch hier ist der Gang in die Werkstatt die beste Lösung, damit alles fachgerecht installiert wird.

Strom und Draht zur Abschreckung von Mardern

Als effektiv haben sich zudem Marderschreck mit Hochspannung erwiesen, welche dort angebracht werden, wo die Tiere meistens in den Motorraum gelangen. Sobald ein Marder diesen Bereich berührt, erhält er einen kurzen Stromschlag. Diese Methode ist für das Tier völlig ungefährlich, schreckt es aber im besten Fall so weit ab, dass es den „Einbruch“ nicht noch einmal versucht. Ebenfalls kann es kurzzeitig helfen, ein Stück Maschendraht unter das Fahrzeug zu platzieren, denn Marder betreten nicht gerne ungewohnten Untergrund. Oft gewöhnt sich das Tier jedoch relativ schnell daran und wird dadurch nicht mehr abgeschreckt.

Wie hilfreich sind Ultraschallgeräte und Duftstoffe?

Eine weitere Methode, den lästigen Marder vom eigenen Auto fernzuhalten, kann der Einsatz von einem Ultraschall-Gerät sein. Dabei handelt es sich um kleine Geräte, die mit verschiedenen Frequenztönen abschreckend wirken sollen. Forscher haben jedoch mittlerweile festgestellt, dass ein solches Gerät in vielen Fällen nur kurzfristig hilft, da sich die Marder früher oder später an die Töne gewöhnen und trotzdem in den Motorraum steigen können. Dies sollte man einfach selbst einmal ausprobieren.

Ähnlich ist es mit Duftstoffen, welche Marder vertreiben sollen. Mottenkugeln oder WC-Steine sind ein altes Hausmittel gegen die Nager, allerdings heutzutage keine gute Wahl mehr – oft können Sie die Tiere sogar noch anlocken.

Richtig parken, kann Marderschaden-Risiko etwas senken

Bekanntlich sind Marder nachtaktive Tiere. Demnach liegt es nahe, dass sie lichtscheu sind und sich vor allem dort aufhalten, wo es dunkel ist. Idealerweise parken Sie Ihr Fahrzeug direkt unter einer Laterne oder sogar an einer Hauswand, wo ein Bewegungsmelder sofort „Alarm schlägt“. Dies erschrickt und vertreibt viele Tiere binnen Sekunden.

Marder war bereits im Motorraum? Dann ist eigentlich eine Motorwäsche angesagt

Auch wenn ein Marder noch nicht angegriffen hat, aber Spuren der Tiere auf der Kühlerhaube zu entdecken sind, sollte man umgehend handeln. Jedes Tier setzt an verschiedenen Orten, die es passiert, Duftmarken, um ihr Revier zu markieren. Dies lockt wiederum Artgenossen an, welche ebenfalls Duftmarken setzen, um den Vorgänger zu übertrumpfen. Solche Revierkämpfe bleiben von Autobesitzern in der Regel völlig unbemerkt, bis der erste Schaden entstanden ist, weil ein Tier nicht mehr nur Duftmarken hinterlassen, sondern auch zugebissen hat.
Sobald man also Spuren an seinem Wagen entdeckt, sollte idealerweise eine Motorwäsche durchgeführt werden. Eine gründliche Reinigung mit Hilfe des Dampfstrahlers hilft, die Spuren verschwinden zu lassen und den Geruch für die Tiere wieder zu neutralisieren.

Das Problem ist, dass bei einer Motorwäsche einiges beachtet werden sollte und diese fachgerecht durchgeführt werden muss. Bei einer falsch durchgeführten Motorwäsche drohen Schäden an der Elektronik oder gar Umweltschäden durch Motoröl.

Einfacher geht es mit einem Duftmarkenentferner

Ein Duftmarkenentferner ist ein Spray, dass Sie z.B. bei Amazon kaufen können. Mit diesem Spray werden Sie zwar Ihren Motorraum nicht zum glänzen bekommen, aber die Marderduftmarken lassen sich einigermaßen passabel mit sehr wenig Aufwand entfernen.


Kategorisiert in:

Kommentare sind geschlossen.

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Marderfalle aus Holz vs. Marderfalle aus Drahtgitter und Metal

Sucht man bei Amazon nach Marderfalle, dann fällt schnell auf, dass es Marderfallen aus Holz und auch welche aus Drahtgitter...

Schließen