Woran erkenne ich, ob ich ein Marderproblem habe?

Drei Merkmale an denen Sie erkennen, dass Sie ein Marderproblem haben

In diesem Artikel erfahren Sie auf unterhaltsame Weise mehr über das Marderproblem und woran Sie eindeutig erkennen, ob Sie betroffen sind. Wenn Sie nicht den gesamten Artikel lesen möchten, scrollen Sie einfach bis zum Ende und erfahren so in aller Kürze die drei Erkennungsmerkmale. Wenn Sie auch wissen möchten, ob es sich für Sie lohnt Ihr Marderschadenrisiko zu reduzieren, empfehle ich Ihnen unseren Marderschaden-Risiko-Test

marderproblem

Montagmorgen kurz vor sieben. Klaus M. stürzt aus dem Haus, bindet sich im Laufen die Krawatte um den Hals und bleibt auf der Straße abrupt stehen. Wo hat er gestern Abend sein Auto abgestellt? Immer dieser Ärger mit dem Parkplatz. Vielleicht sollte er sich doch einmal um eine Garage bemühen. Er atmet tief durch. Jetzt fällt es ihm wieder ein: Sein Wagen steht um die Ecke, genau gegenüber von der Grünfläche. Klaus ist erleichtert und auch ein bisschen stolz, als er den roten Kombi findet. Er hat ihn in die einzige Lücke gequetscht, die überhaupt noch frei war. Maßarbeit war das. Absolut perfekt. Klaus M. lässt sich auf den Fahrersitz fallen und dreht den Zündschlüssel um. Das Auto muckert. Klaus probiert es noch einmal. Doch der Motor will nicht anspringen. Klaus wird langsam nervös. Um acht Uhr hat sein Chef eine wichtige Sitzung anberaumt. Die darf er keinesfalls versäumen. Klaus tätschelt das Armaturenbrett und redet seinem Auto gut zu wie einem kranken Gaul. Doch vergeblich. Die Karre kommt nicht in die Gänge. Klaus steigt aus und schnappt nach Luft. Jetzt erst entdeckt er Pfotenabdrücke auf dem Autodach und auf der Motorhaube. Offenbar hat sich ein Marder nächtens an seinem Auto ausgelassen.

Es begann im schweizerischen Winterthur

1977 häuften sich bei der Gendarmerie im schweizerischen Winterthur die Anklagen gegen Unbekannt. Irgendein Verrückter beschädigte Autos. Seltsamerweise hatte er es nicht auf die Karosserie abgesehen, sondern auf das Innenleben. Er zerriss Zündkabel, zerfetzte Dämm-Materialien und zerstach die Kühlschläuche. Der Unbekannte schien ein Gummifetischist zu sein und er schlug offenbar wahllos zu. Jedenfalls waren von seiner Zerstörungswut nicht nur europäische und japanische Kleinwagen betroffen, sondern auch teure Nobelmarken. Niemand war also vor seinen Attacken sicher. Nicht auszudenken, wenn er auch Bremsschläuche zerstörte und der Betroffene davon nichts rechtzeitig bemerkte…

Der unheimliche Feind schien mit Vorliebe in der Dunkelheit aktiv zu werden. Einer der Polizisten legte sich mehrere Nächte auf die Lauer. Und dann sah er ihn: Er war schlank, trug einen graubraunen Pelz und hatte einen auffälligen weißen Fleck auf der Brust. Lautlos schlich er sich an eines der Autos heran, das er bereits zuvor beschädigt hatte und dann wagte es dieser Schuft auch noch, in den Motorraum zu kriechen! Der Polizist war zugleich Jagdaufseher und er kannte sich mit diesen Gesellen aus. Der Verrückte, der Schläuche und Kabel zerstörte, war kein Mensch, sondern ein Marder. Ein Steinmarder, um genau zu sein.

Die Lust einzelner Marder auf Gummi wirkte auf andere Tiere dieser Gattung offenbar ansteckend. Von Winterthur aus verbreitete sich die Marotte zunächst in der übrigen Schweiz und schließlich auch in Österreich und Süddeutschland. Mitte der achtziger Jahre waren nördlich des Mains Schäden an Autos durch Marderverbiss noch völlig unbekannt. Wenige Jahre später betätigten jedoch auch in diesen Regionen immer mehr Autofahrer ihren Anlasser morgens vergebens. Zeitweise kam es in den Autowerkstätten sogar zu Lieferengpässen, da die Nachfrage nach den erforderlichen Ersatzteilen überhandnahm.

60 Millionen Euro durch Marderschaden jährlich

Inzwischen ist niemand mehr vor den kleinen Unholden sicher. Bundesweit beschädigt die Gattung Martes foina – so der wissenschaftliche Name für den Steinmarder – jährlich etwa 200.000 Autos. Rechnet man im genannten Zeitraum die Reparaturkosten zusammen, kommt man schnell auf eine Gesamtsumme von über 60 Millionen Euro. Kein Pappenstiel, zumal viele Autoversicherungen Reparaturkosten von Marderverbiss nicht übernehmen. Dabei sind Schadensfälle an Elektroautos nicht eingerechnet, da diese in der Statistik noch gar nicht auftauchen. Doch gerade hier geht der Schaden richtig ins Geld. Denn das possierliche Tierchen schreckt nicht einmal vor den daumendicken 400-Volt-Kabeln zurück. Gefährlich ist das nicht – weder für den Menschen noch für den Marder. Allerdings dürfen Hochvoltkabel aus Sicherheitsgründen nicht einfach nur repariert werden, sondern müssen komplett ausgetauscht werden. Da kommen schnell ein paar Tausend Euro zusammen.

Der Marder ist weder pervers noch will er den Menschen ärgern. Sein Appetit auf Kabel und Co. hängt auch nicht mit mangelndem Nahrungsangebot zusammen. Die Gründe liegen – wie Experten in jahrelanger Forschungsarbeit herausgefunden haben – sehr viel tiefer. Der Marder ist ausgesprochen neugierig. Er erkundet alles mit dem Maul und entscheidet dann, ob ihm etwas war schmeckt oder nicht. Das allein ist es aber noch nicht. Ende Juni beginnt die Paarungszeit. Dann sind die männlichen Tiere schwer damit beschäftigt, ihr großes Revier gegen mögliche Rivalen abzustecken. Dazu benutzen die Tiere ihren Urin und dieser hat einen ausgesprochen penetranten Geruch. Zum Revier der Marder gehört inzwischen eben auch das Auto. Die Tiere nutzen es als Versteck, als Schlafplatz und mitunter auch als Esszimmer. Autofahrer sollten öfter einmal den Motorraum inspizieren. Manchmal liegen dort Brötchen, Eier, tote Vögel und Haare – ein untrügliches Zeichen dafür, dass ein Marder zu Besuch war. Bemerkt der Rüde, dass sich ein anderes Männchen in seinem Revier aufgehalten hat, attackiert er in blinder Wut Zündkabel und Kühlschläuche. Autos, die häufig an verschiedenen Orten abgestellt werden, sind öfter von Marderschäden betroffen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie in unterschiedliche Reviere eindringen,

Wer den Marder im Haus oder Auto hat, hat ein Problem

Marder nutzen jedoch nicht nur ihren Urin, um ihr Territorium abzustecken, sondern auch den Kot. Den setzen die Tiere gerne vor Haustüren, auf Treppen und auf Gartenwegen ab. „Hier wohne ich“, will er damit sagen und spätestens jetzt sollten Sie sich überlegen, ob sie noch Herr im eigenen Hause sind. Hat sich der Marder erst einmal bei Ihnen niedergelassen, können schlimmstenfalls kostspielige Sanierungen nötig werden. Denn die Substanzen von Kot und Urin, die er hinterlässt, sind scharf und ätzend. Ganz zu schweigen vom Aasgeruch, der sich ausbreitet und auch andere unerwünschte Tiere anlockt, wenn der Marder seine Beute bei Ihnen verspeist.

Marder lassen sich vorzugsweise auf dem Dachboden nieder. Dort rauben die nachtaktiven Tiere den Hausbewohnern oft den Schlaf, vor allem wenn sie ihrem Spieltrieb nachgehen. Aber auch tagsüber sind häufig Kratzen und Trippelgeräusche zu hören, die darauf schließen lassen, dass sich ein unerwünschter Untermieter bei Ihnen eingenistet hat. Kratzspuren an Spalieren oder der Regenrinne sowie Haarbüschel sind ebenfalls ein Alarmzeichen.

Steinmarder bringen jedes Jahr 3-4 Junge auf die Welt. Deshalb sollten Sie sich frühzeitig auf Spurensuche begeben und kontrollieren, ob Sie in Haus, Nebengebäuden, Garten oder Auto Hinweise auf den Besuch eines Marders entdecken können.

Diese drei Indizien deuten auf ein erst zu nehmendes Marderproblem hin:

1. Marderkot im Garten und am Haus
2. nächtliche Geräusche auf dem Dach und im Dachboden
3. Marderspuren auf dem Auto

Wie überall gilt: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. So können Sie rechtzeitig aktiv werden, um den unerwünschten Gast loszuwerden. Das Auto schützen Sie am besten mit einem sogenannten Marderschreck und Haus und Garten sich sehr gut mit einem hochwertigen Ultraschall-Gerät schützen.


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Ganz sicher kann er das, er wird es auch tun, wenn er in die Enge getrieben wird. Das sollten Hobbyjäger...

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