7 Lügen über Marderschäden am Auto

Ein Marderschaden ist für Fahrzeugbesitzer unangenehm und teuer. Häufig sind die Zündkabel betroffen, was durch einen möglichen Kurzschluss zu schwerwiegenden Schäden führen kann. Zur Vermeidung von Marderschäden gibt es viele Tipps, die meisten beruhen dabei auf Gerüchten und falschen Annahmen. Im Folgenden sollen einige dieser Irrtümer aufgedeckt und erklärt werden.

7 Lügen über Marderschäden

1. Es ist unwahrscheinlich, ein zweites Mal einen Marderschaden zu haben.

Um zu verstehen, warum ein Auto von einem Marder „attackiert“ wird, ist es wichtig, das Verhalten der Tiere zu verstehen. Dabei ist nicht ein einzelner Marder das Problem. Oft hält sich ein Marder über viel Jahre hinweg unbemerkt zeitweise in einem Fahrzeug auf ohne dass es zu Schwierigkeiten kommt. Die Tiere mögen oft die Wärme im Motorraum. Sie hinterlassen dadurch ihre Duftspuren, markieren das Auto also als ihr Eigentum. Problematisch wird dies, wenn ein zweiter Marder ins Auto gelangt, zum Beispiel wenn das Fahrzeug über Nacht an einer anderen Stelle geparkt wird. Der zweite Marder will die Duftspuren des Konkurrenten beseitigen und das Revier für sich selbst beanspruchen. Weil diese Duftspuren jedoch fest an den Kabeln haften, werden diese vom Marder angebissen um sie dadurch zu beseitigen. Daher ist es durchaus möglich, dass mehrfach verschiedene Marder Probleme am selben Fahrzeug verursachen können.

2. Marder fressen gern Gummi. Deshalb beißen sie in Autokabel.

Es ist derzeit keine Tierart bekannt, die wirklich gern Gummi frisst. Marder ernähren sich in erster Linie von Fleisch, aber je nach Jahreszeit auch von Obst und Gemüse. Gummi oder Plastik stehen jedoch nicht auf ihrem gewöhnlichen Speiseplan. Die Kabel werden tatsächlich nur angebissen, um fremde Gerüche anderer Marder zu beseitigen.

3. Marder gibt es nur in Süddeutschland.

Marder gibt es in vielen Arten und sie sind nahezu weltweit verbreitet. Der für die Schäden am Auto meist verantwortliche Steinmarder lebt bei Weitem nicht nur in Süddeutschland. Sein Vorkommen ist nicht einmal auf Deutschland beschränkt: er kommt nahezu in ganz Europa vor, teilweise ist er auch in Asien heimisch.

4. Marder gibt es nicht in Städten sondern nur auf dem Land.

Marder sind Kulturfolger und leben schon immer in der Nähe des Menschen. Es ist sogar wahrscheinlicher, einen Marder in der Großstadt anzutreffen als auf dem Lande. Städte bieten den Tieren genügend Möglichkeiten, sich zu verstecken, zum Beispiel in verlassenen Häusern oder Lagerhallen. Auch das Nahrungsangebot ist in der Stadt durch offene Müllbehälter deutlich größer. Auf dem Lande dagegen sorgen häufig auf den Grundstücken frei laufende Hunde davor, dass Marder die Grundstücke meiden. Auch das Nahrungsangebot für den Marder ist auf dem Lande geringer. Gab es in vergangenen Zeiten häufig Probleme weil Marder in Hühner- oder Hasenställe eingedrungen sind und dort Tiere gerissen haben, gingen diese Zahlen in letzter Zeit deutlich zurück. Dies ist zum Einen auf die Verringerung der privaten Tierhaltung, zum anderen auf die bessere Absicherung der Ställe zurückzuführen.

5. Jeder darf Marder mit einer Lebendfalle fangen.

Marder gehören zu den Wildtieren und unterliegen daher dem Jagdrecht. Nur ein ausgebildeter Jäger darf die Tiere fangen. Zudem sind noch weitere Auflagen zu beachten: so darf in bewohnten Gebieten generell nicht gejagt werden. Für das Fangen eines Marders ist die Genehmigung der Jagdbehörde notwendig, die in Ausnahmefällen erteilt wird. Außerdem hat der Marder in den Monaten März bis Oktober Schonzeit, darf in dieser Zeit also überhaupt nicht bejagt werden, da die Aufzucht der Jungen in diesen Zeitraum fällt. Die Schonzeit ist dabei innerhalb der einzelnen Bundesländer unterschiedlich geregelt, die Angabe stellt jedoch einen groben Richtwert dar.
Selbst wenn der Marder erfolgreich gefangen und vom Grundstück entfernt wurde, ergibt sich daraus gleich eine neues Problem. Das frei gewordene Revier würde umgehend von einem neuen Tier besetzt werden. Auch der gefangene Marder kann zu seinem alten Revier zurückfinden wenn er zu nahe am Grundstück wieder ausgesetzt wurde.

6. Durch Ultraschall lassen sich Marder langfristig vom Auto fernhalten.

Diese Methode wirkt leider nur sehr kurz. Die eingesetzten Geräte senden einen für Menschen nicht hörbaren, für Marder aber sehr unangenehmen Ton aus. Leider gewöhnen sich die Tiere recht schnell an diesen Ton und kehren in ihr altes Revier zurück. Eine Alternative kann ein solches Ultraschallgerät bei kurzen Urlaubsreisen darstellen, um fremde Marder vom Auto fernzuhalten.

7. Hausmittel wie Chillipulver halten Marder zuverlässig vom Auto fern.

Oft liest man von solchen Hausmitteln wie Chillipulver, Toilettensteinen oder Hunde- und Katzenhaaren, die den Marder vom Auto fern halten sollen. Wenn überhaupt, wirken diese auch nur sehr kurzzeitig. Der fremde Geruch soll die Tiere irritieren und vom Auto fernhalten. Das mag ein oder zwei Tage funktionieren, dann verliert sich der Geruch dieser Mittel oder der Marder gewöhnt sich schlicht daran. Chillipulver hat zudem den Nachteil, dass es den Gummi angreifen kann. Der Effekt ist am Ende derselbe, als wenn ein Marder daran gekaut hätte: das Kabel ist zerstört.
Ebenso wie die meisten Ultraschall-Abwehrsysteme stellen diese Hausmittel bestenfalls eine kurzfristige Lösung dar. Daher empfiehlt die marder-schutz.com Redaktion Marderschreck-System mit Stromschlag einzusetzen. Diese Systeme funktionieren wie ein Weidezaun und bieten einen sehr guten Schutz vor Marderschäden.