Marder fangen: Steinmarder sicher mit einer Falle fangen

Marder können massive Schäden im Haus oder am Fahrzeug anrichten. Auf dem Dachboden verursachen die Tiere einen erheblichen Lärm und knabbern das Isolier- und Dämmmaterial an und im Motorraum des Autos zerstören sie Kabel und Schläuche. Und ob das nicht genug ist, hinterlassen die Tiere überall ihren Kot. Marderkot verursacht stechende Gerüche und ist natürlich alles andere als schön anzusehen.

In diesem Beitrag finden Sie Hinweise und Informationen, wie Sie einen Marder fangen können und was es hierbei zu beachten gilt.

Marder unterliegen dem Jagdrecht

In Deutschland unterliegen Steinmarder dem Jagdrecht. Man benötigt daher eine Genehmigung in Form eines Jagdscheins, um einen Marder einzufangen zu dürfen. Dieser Jagdschein kann bei der Unteren Jagdbehörde beantragt werden. Und auch die Jagdzeiten spielen eine wichtige Rolle: So dürfen die Tiere nur außerhalb ihrer Schonzeiten gefangen werden. Diese Schonzeiten bestimmen den Zeitraum, in denen sich die Tiere fortpflanzen, und sind je nach Bundesland unterschiedlich geregelt.

In folgenden Bundesländern ist die Schonzeit für Stein- und Baummarder im Zeitraum vom 16.10. bis 28.02. geregelt: Bayern, Baden-Württemberg, Saarland, Hessen, Thüringen, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein.

In Rheinland-Pfalz vom 01.08. bis zum 28.02., in Brandenburg vom 01.09. bis zum 28.02., in Bremen vom 01.11. bis zum 31.01. und in Mecklenburg-Vorpommern gilt eine ganzjährige Schonzeit.

Neben Baum- und Steinmardern zählen folgende Tiere zu den Marderarten:

  • Mauswiesel
  • Iltis
  • Hermelin
  • Amerikanischer Nerz

Wird eines dieser Marderarten in der Schonzeit gefangen oder gar getötet, drohen Bußgelder! Steinmarder gehören in Deutschland nicht zu den bedrohten Tierarten, sie dürfen dennoch nur lebend gefangen werden.

Sollte es Ihnen zu umständlich sein, einen Jagdschein zu beantragen, um einen Marder zu fangen, dann können Sie sich auch andere Maßnahmen ergreifen. Auf dem Markt sind unzählige Mittel zur Marderabwehr erhältlich, die dabei helfen, Ihr Auto oder Dachboden mardersicher zu machen. Marder verteidigen Ihr Revier und reagieren sich gerne an Autoschläuchen ab, wenn sie einen Artgenossen riechen. Falls Sie ihr Auto häufig an unterschiedlichen Plätzen parken, ist die Gefahr eines Schadens durch einen Steinmarder höher und die Strategie, den Marder zu fangen, ist nicht sehr sinnvoll. In diesem Fall ist ein Marderschreck, der mit Stromschlägen den Marder vom Auto fernhält zu empfehlen!

Wenn Sie sich aber dazu entschließen den Marder mit einer Marderfalle zu fangen, dann helfen Ihnen folgende Informationen:

So fangen Sie einen Marder

Für einen erfolgreichen Marderfang ist es wichtig, sich zunächst ein wenig mit den Tieren auseinanderzusetzen. Kenntnisse über die Gewohnheiten des Marders erhöhen die Chance einen Marder schnell und erfolgreich zu fangen.

Wie erkennt man einen Marder? Der Steinmarder (Martes foina), oft auch Hausmarder genannt, ist ein Raubtier und in etwa so groß wie eine Katze. Am einfachsten erkennt man das Tier, anhand seiner charakteristischen Spuren, die er auf  Motorhaube und Windschutzscheibe hinterlässt. So bald Sie also Marderspuren in Form von Marderkot oder Fußabdrücke auf Ihrer Motorhaube entdecken, sollten Sie sofortige Maßnahmen ergreifen.
Marder nisten sich gerne im Dachboden eines Hauses ein. Hierzu suchen sie sich meist kleine Öffnungen im Dachstuhl um einzudringen. Hat man einen Marderschaden oder gar bereits einen Marder im Haus,  lohnt es sich, das Haus nach eventuellen Öffnungen im Dachstuhl abzusuchen, den Marder dann zu vertreiben und anschließend die Schlupflöcher zu verschließen.

Steinmarder nutzen gewohnte Pfade, meist direkt an den Hauswänden entlang, da die Hauswand einen Schutz für die Tiere bietet. Um einen Marder zu fangen, hilft es, seine Wege genau zu studieren. Suchen Sie Ihr Haus nach Marderspuren ab (manchmal sieht man auch Marder Krallenspuren auf Holzvertäfelungen) und stellen Sie die Marderfalle entsprechend den Hauptwegen Ihres Marders auf.

Marder können über weite Strecken zu ihrem Revier zurückfinden. Haben Sie einen Marder in einer Lebendfalle gefangen, sollten sie diesen mindestens 25 km entfernt, am besten in einem nicht bewohnten Gebiet, aussetzen. Je nach Bundesland können die gefangenen Tiere auch an den zuständigen Förster übergeben werden.

Marder mögen keine unbekannten Gegenstände. Es kann eine Weile dauern, bis das Tier zu einer Falle Vertrauen aufgebaut hat und sich traut den Köder zu holen. Steinmarder fressen am liebsten Fleisch, aber auch Beeren und anderes Grünzeug. Gute Marderköder sind daher Hühnchen, Fisch, Ei oder spezielle Marderlockmittel. Marder sind nachtaktiv. Wenn Sie eine Marderlebendfalle gestellt haben, sollten Sie diese morgens und abends kontrollieren.

Wenn Sie einmal den Dreh raus haben, wie man Marder schnell und effektiv mit einer Falle fangen kann und Sie wirklich dahinter sind, auch die immer wieder neu ankommenden Marder gleich zu fangen, dann kann eine Marderfalle ein effektiver Marderschutz sein.